Irak: Schleichender Völkermord an Christen

Dienstag, Juni 19, 2007
Dienstag, Juni 19, 2007

A u g s b u r g (idea) – Die Weltöffentlichkeit soll nicht länger zu dem schleichenden Völkermord an den christlichen Assyrern im Irak schweigen. Das hat der Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und Europäischen Sektionen gefordert.

„Setzen Sie sich dafür ein, dass das Christentum im Irak eine Überlebenschance hat", heißt es in einem in Augsburg veröffentlichten Aufruf des Verbands an freiheitlich-demokratische Staaten, internationale Organisationen, Menschenrechtsbewegungen, Parteien und Kirchen. Männer, Frauen und Kinder würden im Irak ermordet, weil sie Christen sind. Es komme immer wieder zu Entführungen, Vertreibungen und Vergewaltigungen. Muslime verlangten außerdem von Christen eine Schutzsteuer. Allein in Bagdad und Mossul seien über 35 Kirchen zerstört worden. Hunderttausende Christen von den einst 1,2 Millionen seien nach Syrien, Jordanien und in die Türkei geflohen. Nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen leben noch 450.000 Christen im Irak. Der Zentralverband der Assyrischen Vereinigungen sieht sich an den Völkermord an Armeniern und Assyrern im Osmanischen Reich 1915 erinnert. Damals seien über 2,5 Millionen Christen, davon mehr als 500.000 Assyrer, umgebracht, deportiert und zwangsweise islamisiert worden. Der Verband ruft die Europäische Union und die Vereinten Nationen auf, die Situation der Christen im Irak auf ihre Tagesordnung zu setzen. Mehr Sicherheit könne möglicherweise durch eine Autonomie in der Ninive-Ebene erreicht werden. Außerdem sei es nötig, den Flüchtlingen in Jordanien, Syrien und der Türkei humanitär zu helfen.