Sarkisjan gewinnt Präsidentenwahl in Armenien
Der armenische Regierungschef Sergej Sarkisjan hat die Präsidentenwahl gewonnen. Seine Hauptforderung: Eine armenisch bevölkerte Bergregion im benachbarten Aserbaidschan soll dem Beispiel Kosovos folgen und sich für unabhängig erklären.
Der Vorsitzende der konservativen Republikanischen Partei (HHK) kam nach Auszählung von mehr als 99 Prozent der Stimmen auf einen Anteil von 52 Prozent, wie die zentrale Wahlkommission am Mittwochmorgen mitteilte. Der frühere Präsident Lewon Ter-Petrosjan erhielt bei der Wahl am Dienstag nur 21 Prozent.
Die Wahl wurde von Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) begleitet, die am Mittwoch ihren Bericht vorlegen wollen.
Im Mittelpunkt der Wahl standen die wirtschaftliche Lage und der Status der Region Berg-Karabach im benachbarten Aserbaidschan. In Anlehnung an die Unabhängigkeitserklärung des Kosovos fordert der Regierungschef die gleiche Entscheidung für das mehrheitlich armenisch besiedelte Berg-Karabach, was von Aserbaidschan entschieden abgelehnt wird.
Ter-Petrosjan wurde 1998 wegen seiner Kompromissbereitschaft gegenüber Aserbaidschan zum Rücktritt gezwungen. Der 1994 beendete Krieg um Berg-Karabach kostete 30.000 Menschen das Leben und trieb mehr als eine Million in die Flucht.
