Genozid-Leugnung hat für Perincek Folgen

Geldstrafe und Busse für türkischen Politiker

Der türkische Politiker Dogu Perincek ist für seine Genozid-Leugnungen

von der Waadtländer Justiz zu Recht wegen Rassendiskriminierung zu

einer bedingten Geldstrafe von 9000 Franken und einer Busse von 3000

Franken verurteilt worden. Dies hat das Bundesgericht entschieden.

Der heute 65-jährige Politiker Perincek, Präsident der türkischen

Arbeiterpartei, hatte im Jahre 2005 an mehreren Orten in der Schweiz

den Völkermord an den Armeniern von 1915 durch das osmanische Reich

als internationale Lüge bezeichnet.

Bundesgericht bestätigt Urteil

Im März 2007 verurteilte das Waadtländer Polizeigericht Perincek wegen

Rassendiskriminierung, was dieser nicht akzeptierte. Nach Meinung

Perinceks hätten damals zwar kriegerische Auseinandersetzungen

stattgefunden, von einem Genozid könne jedoch nicht gesprochen werden.

Nach dem Waadtländer Kantonsgericht hat nun auch das Bundesgericht die

Verurteilung Perinceks wegen Rassendiskriminierung geschützt. Das

Bundesgericht weist in seinem Urteil darauf hin, dass es sich bei den

Ereignissen von 1915 nach Meinung vieler Historiker, des Europäischen

Parlaments und zahlreicher nationaler Parlamente um Völkermord handelte.

Politische Gründe

In der Literatur werde der Genozid an den Armeniern geradezu als

klassisches Beispiel eines Völkermordes bezeichnet, so das

Bundesgericht.

Dienstag, Dezember 18, 2007