Im Mordfall Dink gerät türkische Polizei zunehmend in Kritik

Montag, Januar 29, 2007
Montag, Januar 29, 2007

Nach der Ermordung des türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink in Istanbul geraten die Sicherheitsbehörden des Landes zunehmend in die Kritik. Bereits elf Monate vor dem Attentat habe die Polizei von einem Informanten Hinweise auf den geplanten Mord erhalten, berichteten türkische Zeitungen am Dienstag. Dennoch habe sie es versäumt, den genannten Verdächtigen zu observieren.

Ein Mann, der in seiner Heimatstadt Trabzon wegen eines Bombenanschlags auf eine McDonald's-Filiale verurteilt worden war, war nach dem Journalistenmord als einer der Anstifter festgenommen worden. Der gefasste mutmassliche Attentäter stammt ebenfalls aus Trabzon.

Der wegen seiner Äusserungen zum Massenmord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg von türkischen Nationalisten angefeindete Journalist war am 19. Januar in Istanbul auf offener Strasse erschossen worden. Eine Woche später hatte das Innenministerium den Polizeichef von Trabzon und den dortigen Provinzgouverneur von ihren Ämtern abberufen.